Samhain - eine Reise zu den Ahnen



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"Autumn shows us how beautiful it is to let things go."
Was soviel heisst wie, der Herbst zeigt uns wie schön es ist Dinge gehen zu lassen. Ja, der Herbst kann uns vieles lehren. Wenn wir hinausgehen und die Natur beobachten, können wir vieles lernen. Samhain naht, oder, wie viele es Kennen, Halloween und somit auch das Ahnenfest Allerheiligen. Der Schleier zwischen Diesseits und Jenseits wird merklich dünner, oder sind es womöglich wir, die in der dunklen Jahreszeit feinfühliger werden, weil unser Blick öfters nach Innen gerichtet ist? Ich weiss es nicht, aber ich weiss, dass mein Körper sich auf mehr Schlaf und Ruhe einstellt, auf mehr Dunkelheit - was übrigens nicht schlecht sein muss denn in der Dunkelheit können wir nicht nur besser gehen lassen, wir können auch die ersten Samen sähen, die von nun an aufs Zeichen des neuen Lichtes warten, um ihr volles Potential zu entfalten.

Der Blick nach innen

Einige, die nicht, so wie ich dem alten Pfad folgen, fällt es schwer meine Liebe und tiefen Respekt für dieses Fest nachzuvollziehen. Sie finden es seltsam und oft etwas makaber, wenn ich derart fasziniert und zum Teil auch positiv über den Kreislauf von Leben und Tod spreche. Meiner Meinung nach - und deshalb bin ich für sie wohl etwas seltsam - halte ich eher den umgekehrten Fall, in dem man sich möglichst gar nicht mit dem Tod befassen möchte und nur darüber spricht, wenn es denn unbedingt sein muss, für unnatürlich und weltfremd. Gehört der Tod nicht zu allem Leben dazu, ist er nicht ein Teil davon? Schliesslich müssen wir alle eines Tage sterben. Das heisst nicht, dass ich ihn verherrliche und am liebsten schon tot wäre, nein ich liebe und geniesse mein Leben, welches ich im Moment noch leben darf. Aber ich ehre und respetkiere auch, dass meine Zeit irgendwann kommen wird und ich möchte mich nicht davor verschliessen.

Deshalb feiere ich Samhain. Es ist für mich die Zeit, in der ich den Blick auf meine sterbliche Seite richte, aber auch auf innere Vorgänge, wie Gefühle, Geschichten, die sich ganz plötzlichin meine Gedanken schleichen - eben die geistige Welt. Gleichtzeitig ist es für mich auch die Gelegenheit denen zu gedenken, die vor mir gelebt haben, viele der Wege für mich und andere geebnet haben und dankbar zu sein.

Bräuche zu Samhain

Diese Dankbarkeit drückt sich auf verschiedene Weise aus. Zum Beispiel während eines Besuchs der Gräber meiner Ahnen. Aber auch während dem ich zuhause eine Kerze (das Ahnenlicht) anzünde und meine Gedanken fliessen lasse und oft, wenn es mir irgendwie möglich ist, dann bereite ich ein sogenanntes Stilles Mahl (engl. dumb supper), bei welchem den Ahnen am Essenstisch gedenkt wird. Das heisst, es wird ein Mahl in Stille abgehalten, dabei wird nicht nur für die lebene Familie der Tisch gedekt, sondern ein Gedeck wird den Ahnengeistern geweiht. Symbolisch sind sie so auch eingeladen am Familientisch platz zu nehmen.

Es gibt viele wunderbare Möglichkeiten das Ahnenfest zu feiern, dabei darf man übrigens durchaus auch kreativ sein und nicht alles hat mit Stille und Besinnlichkeit zu tun. Auf den Tanz mit den Geistern, werde ich allerdings in einem separaten Beitrag noch genauer eingehen.

Bis dahin wünsche ich euch eine ganz zauberhafte Woche.

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