Verschiedene Ansichten und kaum Einsichten, doch alles kommt zu seiner Zeit

Als ich mich Ende 2018 mit einer Bekannten traf, kamen wir ziemlich rasch auf Themen spiritueller Gefilde zu sprechen. Sie, eine bekennende New Agerin berichtet mir immer gerne sehr ausführlich welche Workshops sie zuletzt besucht hat, welches Buch sie gerade liest, was sie mir empfehlen kann, oder auch unbedingt mal ausprobieren soll. Ich, bekennende Heidin, kann zugegebenermassen nicht mit allem etwas anfangen – muss ich auch nicht, so wie sie übrigens auch nichts von meinem Weltbild oder meiner Art der Handhabung halten muss. Unsere Gespräche sind trotzdem oft sehr bereichernd und manchmal mag ich auch die Herausforderung mit einer völlig anderen Weltsicht konfrontiert zu werden. Manchmal frage ich mich dann aber schon wo manche Ideen so herrühren, wie zum Beispiel die Idee von Licht und Liebe, wenn nämlich ihrer Meinung nach mal etwas nicht in diese Sparte passt, sprich dunkel und düster ist, wird vehement abgeblockt. Erklären ist dann nicht, sondern nur ein „da musst du aber aufpassen, damit ist nicht zu spassen“ sodass für mich keine Chance besteht ihr zu erklären, dass ich diese Erfahrungen seit meiner Kindheit mache und ich mich mittlerweile ganz gut auskenne. Nein, da rede ich gegen eine Wand. In solchen Momenten frage ich mich was hinter ihrer doch klar ausgedrückten Angst steckt. Sind es schlecht Erfahrungen? Angstsmachende Warnungen, die sie von anderen übernommen hat? Doch auch darüber dürfen wir nicht sprechen, eigentlich schade, denn das würde mich brennend interessieren.

Persönlich fühle ich mich dann immer ein wenig wie ein kleines Kind, dem der Mund verboten wird, weil der Erwachsene es sowieso besser zu wissen glaubt. Dabei könnte ich ihr durch anständige Aufklärung die Angst vielleicht sogar nehmen. Auf ihre Aussage da müsse ich vorsichtig sein habe ich dann nur noch geantwortet, ich sei immer vorsichtig, dass ich aber bestens geschützt sei und mich mittlerweile genug gut auskenne um keine Angst davor haben zu müssen. Damit war das Thema gegessen und wir widmeten uns wieder ihren Engelskarten. Ich weiss, das mag jetzt etwas abschätzig rüberkommen, das soll es aber nicht, es ist für mich einfach nur schwierig zu verstehen. Ich kann mich noch so sehr anstrengen, aber verstehen kann ich es nicht, wie man alles was wir als negativ bezeichnen einfach ausblenden können, wie kann man sich vor seinen eigenen Schatten derart verschliessen. Aus eigener Erfahrung weiss ich, das das auf lange Sicht  leider nicht gut gehen kann. Unterdrücktes holt uns früher oder später immer wieder ein. Doch ich wiess auch, dass meine Bekannte in ihrem Leben schon dunkle, schwierige Phasen hatte, womöglich ist die Angst im Moment einfach noch zu gross sich den eigenen, inneren Dämonen zu stellen. Es ist auch gar nicht meine Aufgabe sie zu irgendetwas zu zwingen und ich weiss sie wird die Herausforderung meistern, wenn sie soweit ist.

0 Comentarios