Wie sieht er eigentlich aus, der Alltag als naturspirituelle Person?

Wie stellen wir uns denn den Alltag einer naturspirituellen Person vor? Denn, wenn wir ehrlich sind, sieht ein jeder von uns nur an die andere Person heran, aber nicht in sie hinein. Gerade was Glaubensfragen angeht sind solche Bilder dann natürlich nicht ganz so einfach zu fassen. Wir stellen uns oft die eher exzentrischen Ausprägungen dessen, was wir unter einer Religion oder einer spirituellen Richtung verstehen vor. Bei den Christen ist es da vielleicht eher ein betender Mensch mit entsprechend gefalteten Händen, der Papst in seinem Papst-Mobil, vielleicht einer Kirche – ich persönlich sehe da allerdings immer einen Pfarrer mit schwankendem Räuchergefäss und duftendem Weihrauch. Absolutes Klischee, ich weiss, doch genau darum geht es doch. Das sind sie, die exzentrischen Bilder in unseren Köpfen. Und die gibt es natürlich auch in Sachen Naturspiritualität und Heidentum.

Die Wahrheit ist, meistens tanze ich nicht nackt um ein Feuer, sondern gehe brav angezogen zur Arbeit, schmeisse den Haushalt, da sich dieser leider auch nicht wie von Zauberhand erledigt *seufz*, treffe mich mit Familie und Freunden und spreche mit ihnen über ganz alltägliche Dinge und nerve mich über Brandflecken meines letzten Rituals in der Tischdecke, ja ja, auch das gibt es ab und zu… 

Mein Alltag sieht also nicht so spektakulär aus, wie man vielleicht meinen könnte. Was für mich dann Naturspiritualität im Alltag bedeutet? Es ist die innere Einstellung mit der ich das alles tue, die für mich den Unterschied macht. Wenn ich den Haushalt erledige, dann mit einer ganz bestimmten Intention mein Zuhause nicht nur physisch, sondern auch spirituell zu reinigen. Dasselbe gilt fürs Kochen, denn auch da bereite ich meine Mahlzeit ganz bewusst zu mit der Intention Körper und Geist zu nähren. Ich versuche ermutigend mit meinen Mitmenschen zu sprechen, denn manchmal ist der unscheinbarste Zauber der, der am Ende am stärksten ist und ich versuche über Missgeschicke wie Brandlöcher und schiefgegangene Rituale zu lachen, denn ich weiss die Götter tun das auch, wenn sie mich wieder mal panisch durch die Gegend springen sehen, weil ich manchmal in leichter Verzweiflung versuche alles richtig zu machen. 

Natürlich bin ich gerne in der Natur, natürlich halte ich Rituale ab und spreche mit meinen Mitmenschen über Lebensphilosophien und ja, ich feiere Jahreskreisfeste, doch der eigentliche Vorgang läuft im Inneren, fürs Auge oft unsichtbar ab. Doch nur weil wir nichts sehen heisst das nicht, dass da nichts ist...

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