Die Magie der Schottischen Lowlands


"It is one of the most hauntingly beautiful places in the world, the history is fascinating, the men are handsome and the whisky is delicious. But don't eat the macaroni pies." - J.K. Rowling
Eines meiner mystischsten Erlebnisse bisher hatte ich im Jahr 2006, als ich zum ersten Mal nach Schottland fuhr. Es war eine ganz und gar unerwartete Erfahrung, denn damals träumte viel eher davon nach Kanada zu reisen, sodass ich eigentlich gar nicht so recht in der Stimmung war für Schottland. Doch die Gelegenheit war günstig, denn durch Bekannte, die dort ein Haus besassen, hatten wir die Möglichkeit einer ganz zauberhaften Unterkunft in den Lowlands, im East Lothian um genau zu sein.

Ankunft in North Berwick

Also fuhren wir nach North Berwick, eine kleine Küstenstadt etwa 40 km südlich von Edinburgh, die nicht nur berühmt ist für ihre Golfplätze, sondern auch für den North Berwick Law, den Bass Rock und das nahegelegene Tantallon Castle, nicht zu vergessen das Schottische Sea Birth Centre. Nahe beim Eingang des Schottischen Sea Birth Centres befindet sich ausserdem ein grosses keltisches Kreuz, welches ziemlich prominent den Eingang zu St Andew’s Old Kirk ziert, einer kleinen Kirche, oder besser gesagt Kapelle.

Gleich vor unserem Ferienhaus befand sich der Strand, doch nur die hartgesottenen trauten sich ins kalte Wasser, während sich alle anderen mit Aktivitäten und Spaziergängen am Strand zufriedengaben und höchstens die Füsse ins Wasser tauchten. Doch das störte weiter nicht, Schottland hat anderes zu bieten – Geschichte, Kultur und Abenteuer.


Die Schätze der Schottischen Lowlands

Rowling hat recht, wenn sie von Schottland als betörend schönen Ort spricht, denn genau diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Vom ersten Fuss, den ich auf dieses Land gesetzt habe, hatte mich dieses Land ganz und gar in seinen Bann gezogen. Mit Schottland wird oftmals die romantisch anmutende Szenerie der Highlands in Verbindung gebracht und es braucht nicht viel Fantasie um sich selbst in einem kleinen Cottage in einem der vielen Glens (Täler) vorzustellen, umgeben von weiter Natur, tiefblau schimmernden Lochs (Seen) und dem Blick auf Ben Nevis (Ben = Berg, Bergspitze). Das berühmte Schottische Wetter tut dann noch sein letztes und zaubert wunderbare Farbspiele in die Landschaft. Doch auch die Lowlands mit ihren typisch verträumten Städtchen, der atemberaubenden Küstenlandschaft und den herzlichen Einwohnern haben viel zu bieten.

Die vielen kleinen Städte wie zum Beispiel Kelso, oder Berwick Upon-Tweed, aber auch Queensferry, Aberlady und Dunbar sind definitiv einen Besuch wert. Nicht zu vergessen, die langen Strände und naturbelassenen Wege wie der John Muir Way, der sich von Helensburgh bis Dunbar über 215 km erstreckt. Bis heute bleibt jedoch die kleine Kirche von White Kirk mit ihrem alten Friedhof einer meiner liebsten Orte, den ich, wann immer es mir möglich ist, während meiner Reisen nach Schottland besuche.


Tatsächlich hat mich die erste mystische Erfahrung Schottlands also nicht in den Highlands, sondern während eben dieser ersten Reise 2006 rund um North Berwick ereilt.  Abends mit dem Rauschen des Meeres einzuschlafen, morgens mit dem Klang der Vögel aufzuwachen und zuzusehen wie der dichte Nebel sich nach und nach lichtet, die Natur zu erkunden und alte geschichtsträchtige Orte wie die Melrose Abbey oder das Edinburgh Castle zu erforschen, nicht zu vergessen im gemütlichen Wohnzimmer ein Buch zu lesen und eine heisse Tasse Tee zu geniessen hat mich gelehrt mehr im Moment zu leben. Das zu geniessen, was mir im Leben alles geschenkt wurde und die Geschichte eines Ortes mit allen Sinnen zu erleben - für mich eine ganz und gar mystische Erfahrung.

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