Von der Signaturenlehre und einem Hauch Symbolik




Denn durch die Kunst der Chiromantie, Physiognomie und Magie ist es möglich, gleich von Stund an nach dem äusseren Ansehen eines jeden Krautes und einer jeden Wurzel Eigenschaft und Tugend zu erkennen, an deren Zeichen (Signatis), Gestalt, Form und Farbe und es bedarf sonst keiner Probe oder langen Erfahrung, denn Gott hat am Anfang alle Dinge sorgfältig unterschieden und keinem eine Gestalt und Form wie dem anderen gegeben, sondern jedem eine Schelle angehängt, wie man sagt: “Man erkennt den Narren an der Schelle”

(Paracelsus, Gesammelte Werke, Aschner-Ausgabe Bd. IV S. 339)


Das Thema der Symbolik begleitet mich schon viele Jahre. Sie begegnet mir nicht nur in Kirchen und Museen, sondern auch auf Reisen, in Büchern und Filmen - kurz gesagt: Symbolik kann uns überall über den Weg laufen. In deren Zusammenhang steht die Signaturenlehre, also die Lehre der Zeichen  der Natur und deren Zusammenhänge, über die im Zitat schon der Schweizer Arzt und Naturphilosoph Paracelsus sprach. So geht die Signaturenlehre davon aus, dass ähnliche Merkmale auf Verwandtschaften und Zusammenhänge hinweisen.

Hast du zum Beispiel schon einemal eine Wallnuss gegessen? Vermutlich schon. Wie sieht diese denn aus, wenn man sie aus ihrer Schale nimmt? Erinnert sie nicht auch ein wenig an eine Gehirnhälfte? Ja, und genau dafür ist sie auch gut. Oder denken wir an die nierenförmigen Bohnen, die für ebendiese gesund sind. Als Ganzheitliche Schule eignet sich die Signaturenlehre allerdings nicht nur bei körperlichen Beschwerden. So hilft bei Liebeskummer zum Beispiel ein Tee aus Lindenblüten, die, wie wir vermutlich alle wissen, herzförmig sind. Doch nicht nur die Form, auch Farbe und Geruch sind in der Signaturenlehre wichtige Merkmale für deren Anwendbarkeit, nicht zu vergessen unser Fühlen. Hier dient zum Beispiel die Brennnessel als wunderbares Beispiel, denn sie hilft uns in Fragen zur Wehrhaftigkeit, aber auch in dem Sinne uns von etwas reinigen zu können. So wird die Brennnessel traditionell seit jeher im Frühjahr verzehrt, denn sie entwässert und entgiftet unseren Körper und macht uns resistent gegen Krankheiten. Und wenn wir schon bei Beispielen sind, dann nehmen wir doch gleich noch ein Beispiel der Farbe, denn das strahlende Gelb der Johannisblüte wir bis heute als Arznei gegen die Dunkelheit im Inneren und somit für ein sonnigeres Gemüt verwendet. Mehr noch, es wird sogar erfolgreich bei leichten bis mittelschweren Depressionen verwendet.

Es ist faszinierend wie viel unsere Ahnen schon über die Heilkräfte der Pflanzen wussten und das alles ganz ohne die Möglichkeit der modernen Wissenschaft, die alles bis ins kleinste Detail auseinandernehmen und analysieren kann - deren Wirkstoffe nachweisen konnten unsere Vorfahren also demnach nicht und trotzdem wussten sie ziemlich genenau, was bei welchen Beschwerden half.

In der Naturheilkunde wird sowohl Mensch, als auch (Heil-)pflanze ganzheitlich betrachtet. Sie sind also mehr als nur die Summe ihrer Wirkstoffe, oder im Bezu auf den Menschen mehr als die Summer seiner Symptome. Die Naturheilkunde ist allerdings weder besser noch schlechter als die moderne Medizin, sie ist lediglich ein anderere Denkansatz bei der eine ganzheitliche Sichtweise im Fokus steht, ganz nach dem Motto: Alles in dieser Welt steht in Resonanz miteinander, also in Verbindung zueinander.


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