Tanz mit den Geistern

Samhain ist für mich eines der intensivsten Feste des Jahreskreises. Doch das war nicht immer so, zwar konnte ich mich in dieses Fest schon immer sehr gut hineinfühlen, doch das konnte ich auch jeweils zu Yule, Beltane oder Litha. Doch Samhain änderte sich für mich als mein Grossvater vor etwas mehr als drei Jahren verstarb und nein, er war nicht der erste aus meiner Familie, dessen Tod ich miterlebte. Dennoch war es bei ihm völlig anders, persönlicher und so als ob die Nebel zwischen den Welten noch etwas dünner geworden wären, als sie es ohnehin schon waren.

Obwohl ich dachte, ich hätte schon davor ein bestimmtes Gespür für «da drüben» gehabt, änderte sich ab diesem Zeitpunkt nochmal alles. Vielleicht weil ich älter wurde, vielleicht aber auch, weil wir eine so starke Verbindung zueinander hatten. Das erste Halloween nach seinem Tod war aufwühlend, aber auch mitreissend und irgendwie auch befreiend. Kurz gesagt, es war in vielerlei Hinsicht unheimlich kraftvoll und ich spürte ihn und andere Ahnen mit all ihrer Energie, einer Energie die mein Grossvater während seiner gesunden Jahre schon immer ausstrahlte und die mich an diesem Samhain regelrecht mitriss.

Seither spüre ich ihn immer schon einige Zeit vor Samhain, so auch letzte Woche morgens beim Zähneputzen, als ich noch ziemlich verschlafen in den Spiegel schaute. Auf einmal war seine Präsenz zu spüren und ich wusste es ist wieder soweit, die Schleier sind dünn genug, die Zeit der Ahnen ist herangebrochen. Für mich gleicht diese Zeit im Jahr einem Tanz. Einem Tanz durch die Welten, bei dem alles miteinander verfliesst. Ein Tanz, den wir in leichter Trance erleben um mehr zu sehen, als wir es an anderen Tagen gewohnt sind. Ein Tanz, den wir zu Ehren unserer Ahnen tanzen.


Falls du, lieber Leser, Samhain feierst, dann wünsche ich dir eine gesegnete Zeit.



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