Body Positivity: Und wie gehst du mit dir und anderen um?

Das Thema Body Positivity liegt in aller Munde. Sie zeigt sich vielfältig und zum Teil auch ziemlich provokant, aber oft in Form gut beleibter Menschen, die selbstbewusst zeigen was sie haben. Ich finde es wunderbar, dass viele von uns versuchen die Welt etwas autentischer zu zeigen und nicht nur so, wie Unternehmen, Zeitschriften, vor allem aber auch Social Media heutzutage versuchen die Welt darzustellen.

Und so mache ich mir Gedanken dazu wie ich mich denn sehe. Ganz objektiv betrachtet, kann ich sagen: Mein Bauch ist schon lange nicht mehr Flach, meine Oberschenkel tragen den ein oder anderen Dehnungsstreifen, die übrigens nicht nur durch Schwangerschaft oder andere Gewichtsschwankungen entstehen, wie manche fälschlicherweise denken und auch sonst machen sich die letzten 30 Jahre langsam aber sicher bemerkbar. Doch das ist alles völlig in Ordnung. Warum, magst du fragen? Weil ich lebe und zwar mit all meinen Sinnen. Ich geniesse, ich fühle ich mache und das hinterlässt Spuren. Spuren auf die ich stolz bin und die mich daran erinnern, wer ich bin.

Mit meinem Körper bin ich schon seit vielen Jahren im Reinen. Klar, es gibt Tage an denen mich das eine oder andere nervt, an denen ich mich nicht besonders schön fühle und das ist auch völlig normal, doch das, wofür ich dankbar bin überwiegt zu einem grossen Teil. Wir sprechen oft von der Diskriminierung Übergewichtiger Menschen, doch wenn wir ehrlich sind, diskriminieren wir weit mehr als nur das. Wir lästern über alles und jeden, der eine ist zu dick, der andere viel zu dünn, der eine zu gross, der andere zu klein, und und und ...

Einer der absoluten Höhepunkte dieses Bashings wurde für mich schon vor vielen Jahren erreicht, als der Spruch auf Facebook die Runde machte: «Richtige Männer mögen Frauen mit Kurven, nur Hunde spielen mit Knochen.» Kann sich jemand noch daran erinnern? Nein? Gut, denn so einen Bullshit muss man sich auch nicht merken. Jetzt mal ehrlich, gibt es etwas herabsetzenders als solch einen Satz? Warum muss man denn Menschen niedermachen, die anders sind als man selbst? Nur um sich für fünf Minuten ein wenig erhabener zu fühlen?

Doch genau das wird oft ausser Acht gelassen. Zu genau diesem Thema hat übrigen Rica auf ihrem Blog schon vor einiger Zeit einen sehr treffenden Artikel gschrieben, nämlich wie schade es doch eigentlich ist jemandem ein Kompliment zu machen, in dem wir jemand anderes dafür herabsetzen müssen. Wie wir uns selbst und die Welt sehen ist eine sehr subjektive Sache. Egal welches Gewicht, welche Form, welche Grösse, Welche Masse wir haben, wir können uns in unserem Körper wohl fühlen, oder eben nicht und Menschen zu erniedrigen, die anders sind, wird sicherlich vieles bewirken, aber bestimmt hilft es dem anderen nicht sich gut zu fühlen, ausserdem macht es uns bestimmt nicht zu besseren Menschen. Im Gegenteil, es zeigt nur, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, denn wer sich wohl fühlt in seiner Haut braucht sich nicht über andere zu stellen.

Auch wenn am Ende ein jeder selbst, sei es bewusst oder unbewusst entscheidet, ob er sich minderwertig fühlt oder nicht, können wir als Mitmenschen doch so einiges zu einem positiveren Selbstbild beitragen und zwar in dem wir andere bestärken, sie ermutigen und ihnen zu verstehen geben, dass sie so, wie sie sind völlig ok sind. Und noch etwas, wenn wir beginnen andere zu bestärken, dann beginnen wir sehr oft auch zu hinterfragen wie wir mit uns selbst umgehen, wie wir zu uns selbst sprechen und uns sehen. Und wenn wir uns dessen bewusst werden, können wir auch da positiven Einfluss drauf nehmen. Also lasst uns gemeinsam etwas verändern und gleichwertig jeden in seiner Einzigartigkeit begrüssen.



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