Spiritualität und Sinnlichkeit: Alles Tantra oder was?

Tantra. Ein Wort, das viele kennen und irgendwie doch nicht. Viele haben schon davon gehört, vor allem im Zusammenhang mit Sexualität. Das wir in der westlichen Welt Tantra am ehesten in Zusammenhang mit sexuellen Praktiken sehen ist wohl, weil viele von uns den Verbindung von Sexualität und Spiritualität als etwas Fremdes ansehen. Es ist etwas Ungewohntes, in manchen Kulturen und Religionen vielleicht sogar etwas Sündhaftes und das macht es spannend. Sex? Das hat man doch nur um entweder Nachkommen zu zeugen, oder, um es jetzt mal etwas plump auszudrücken, um mal rasch ein wenig Druck abzulassen, das wäre wohl die gängigste westliche Denkweise. Das ist ja alles schön und gut, doch was ist mit der Sinnlichkeit? Was mit dem Genuss und zwar nicht nur in dem Zusammenhang möglichst rasch "ans Ziel" zu kommen? Was ist, wenn der Orgasmus nur ein Teil einer insgesamt unglaublich schönen Reise ist? Sexualität mit Spiritualität zu verbinden ist etwas sehr Natürliches, etwas, was unserem Wesen entspricht, ja sogar den göttlichen Funken in uns entfachen lässt, nur haben einige von uns gar nie gelernt oder sich nie getraut zu lernen, dass es auch anders, eben zum Beispiel auf diese Weise geht.
 

Mehr als nur Sex


Tantra rein mit Sexualität gleichzusetzen finde ich persönlich allerdings nicht als vollumfänglich passend,  denn auch wenn das Zusammenspiel der Beiden ein wichtiger Teil der Philosophie darstellt, geht es um mehr als "nur" um Sex.  Eigentlich wäre der Ausdruck Sinnlichkeit in meinen Augen viel passender. Natürlich gehört Sinnlichkeit auch zur Sexualität, weshalb diese beiden wohl in der tantrischen Philosophie auch eng zusammenspielen. Doch Tantra kann eben auch auf nicht sexuelle Weise erfahren werden, eben durch unsere Sinne - zum Beispiel beim Essen, beim Duschen,, währnd der Meditation, bei was auch immer – kurz, überall da, wo wir eine bewusst sinnliche Erfahrung machen, kommt tantrische Lebensphilosophie ins Spiel.

Tantra verbindet Sinnlichkeit mit Spiritualität und strebt so tiefe, intensive Erlebnisse an. Während viele andere spirituelle Richtungen Erleuchtung eher das nach oben hinaus, also eher das aus dem Körper hinaus anstreben, befasst sich das Tantra mit unseren Sinnen und kann somit als Philosophie angesehen werden, die uns in unseren Körper bringt, ein in uns hinein begünstigt.

Der Weg des offenen Herzens

Tantra - ein Begriff, der übrigens aus dem Sanskrit stammt,  ist der Weg des offenen Herzens, bei dem es nicht darum geht sich selbst zu optimieren, sondern all das was existiert als von Natur aus heilig und göttlich zu betrachten. Tantra heisst, du bist ok, ich bin ok. Tantra heisst aber auch mehr wahrzunehmen, intensiver zu leben und möglichst frei von Bewertung zu leben.

Deshalb gibt es im Tantra auch kein Tabu, nichts verpöntes oder etwas, was unterdrückt weren müsste. Nichts, was als sündhaft angesehen wird, denn das Leben selbst, mit all seinen Facetten ist heilig!
5 Wege, wie du Tantra in deinem Alltag leben kannst:
  • Erlaube dir, einfach nur zu sein und sei immer das, was du gerade bist.
  • Übe dich in Achtsamkeit, denn wenn wir aus unserem Autopilot-Modus ausbrechen können, dann können wir auch viel intensiver mit all unseren Sinnen wahrnehmen
  • Geniesse sinnliche Momente mit deinem Partner, aber auch mit dir selbst. Es gibt viele Informationsquellen wie ihr eure Sinnlichkeit gemeinsam leben könnt, und wie du sie für dich leben kannst. Im Alltag nehmen wir vieles über unsere Augen wahr, doch was ist wenn du dich mal gezielt auf deinen Hörsinn, deinen Geruchssinn, oder deinen Tastsinn verlässt? Probiere es aus!
  • Übe dich in Vertrauen, denn wir leben in einer Welt der Ängste. Du darfst vertrauen, denn auch du trägst den göttlichen Funken in dir. Du darfst vertrauen, dass du selbst zu sein genau richtig ist.
  • Lerne das Göttliche in deinem Umfeld und in anderen zu erkennen. Versuche dir bekannte Menschen mal auf eine ungewohnte Weise zu betrachten.

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