Einführung in die Welt der Meditation


Liebe Leserin, heute möchte ich dich mitnehmen in die Welt der Meditation, oder sollte ich eher sagen in meine Welt der Meditation? Denn das Thema in seiner Ganzheit kann ganz schön komplex werden und natürlich kann ich in einem Kurzen Blogartikel lange nicht alles abdecken. Doch das ist auch gar nicht mein Ziel, denn schlussendlich ist Meditation ohnehin etwas sehr Persönliches und jeder muss für sich selbst herausfinden was für einen passt. Was ich in diesem Artikel hingegen sehr wohl tun kann ist dir einen ersten Einblick zu geben, vor allem aber möchte ich dich dazu ermutigen, es einfach zu wagen, vor allem dann, wenn du schon lange mit dem Gedanken flirtest damit zu beginnen, es aber bisher einfach noch nicht so recht geschafft hast. 

Tatsächlich begegnet mir genau diese Herausforderung sehr oft, im Gespräch mit anderen Menschen. Sie sagen mir, dass Meditation sie an und für sich schon interessieren würde, sie aber damit einfach nicht zurecht kämen. Stundenlanges Dasitzen und an nichts denken sei einfach nichts für sie und das kann ich aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen. Für mich war meditieren lange Zeit nichts. Dieser unbequeme Lotussitz, an nichts denken dürfen, da wurde ich rasch nervös und nichts wollte, wie ich es gerne gehabt hätte. So konnte ich lange Zeit nichts mit dem Thema anfangen. Erst Jahre später, als ich erfuhr, dass es noch andere Möglichkeiten zu meditieren gibt als das allseits bekannte Klischee, habe ich dem ganzen nochmals eine Chance gegeben. Und siehe da, heute gehört Meditation zu meiner täglichen Praxis. Sollte das Thema für dich bisher an ähnlichem gescheitert sein, will ich dir ein paar Anregungen geben, die vielleicht auch dir in Sachen Meditation dienlich sein können.

Sinn & Zweck einer Meditation

Es gibt viele Gründe weshalb Meditation sich als nützlich erweisen kann. Ursprünglich gilt sie als spirituelle Praxis mit der nicht nur tiefe Entspannung, sondern auch veränderte Bewusstseinszustände erreicht werden können, wie die allseits bekannte Erleuchtung zum Beispiel. Der ursprünglich aus dem lateinischen stammenden Begriff „meditatio“ heisst allerdings nichts weiter als nachdenken oder, sich in tiefsinnigen Gedanken verlieren. So kann zum Beispiel auch ein tiefes Gebet, ein Gespräch mit dem Göttlichen, einem meditativen Zustand gleichkommen. Allerdings wissen wir mittlerweile, dass meditative Praxis noch weit mehr bewirken kann, als eine guter Zugang zum Göttlichen, denn sie kann unser Wohlbefinden erhöhen und unsere Gesundheit positiv unterstützen.

Einige Vorteile des meditierens sind:
  • Bessere Konzentrationsfähigkeiten
  • Steigerung der Kreativität
  • Stressreduktion
  • Bessere Immunabwehr
  • Erholsamer Schlaf
  • Etc.

Empfehlenswerter Artikel: 6 Wissenschaftlich nachgewiesene Vorteile von Meditation und Achtsamkeit


Es gibt mehr als eine Art zu meditieren

Ich gebe zu die Suche nach der passenden Technik braucht etwas Geduld. Manchen fällt es auch leichte erst einmal in einer Gruppe zu üben, mit einem Meditationslehrer. Andere müssen dafür alleine sein und "ihr ganz eigenes Ding machen". Egal wofür du dich entscheidest, oder ob du beides ausprobieren willst, wichtig ist nur, dass du es machst, denn manchmal scheitern wir ganz einfach daran, dass wir gar nicht erst damit beginnen. 

Grundsätzlich kann man bei der Meditation zwei grobe Unterteilungen vornehmen, zum einen die Passive Meditation (auch kontemplative Meditation genannt), bei der im stillen Sitzen praktiziert wird, während bei der Aktiven Meditation Bewegungsabläufe, achtsames Handeln oder Mantren hinzukommen. Nun gibt es viele verschiedene sogenannte Lehren und Schulen, in der jede Schule ihre ganz persönlichen Techniken kennt und lehrt. Manche sind sich sehr ähnlich, sodass es nicht immer leicht ist diese einer bestimmten Schule zuzuordnen. 


Eine Auswahl verschiedener Methoden

Dank der grossen Auswahlmöglichkeiten braucht es zwar ein wenig Übung verstehen zu lernen was wohin gehört, dafür stehen die Chancen allerdings auch ganz gut etwas zu finden, was für einen passt – eben gerade weil es viele Möglichkeiten gibt. Man muss "nur" herausfinden, was zu einem passt. Um dir das ein wenig zu erleichtern, will ich dir an dieser Stelle einige der bekanntesten Techniken genauer vorstellen.


Passive Meditationstechniken (Kontemplation)

Vipassana und Zazen
Beginnen wir mit den beiden weltweit bekanntesten Meditationstechniken. Nämlich mit Vipassana auf der einen und Zazen auf der anderen Seite. Beides sind sogenannte Achtsamkeits- oder Einsichtsmeditation aus Buddhistischen Schulen, die, je nach Schule auch unterschiedlich ausgeführt beziehungsweise gelehrt werden. Beide Methoden lehren das nicht wertende Gewahrsein im Hier und Jetzt, also den Moment und alles war gerade wahrgenommen wird ohne an bestimmten Gedanken oder Gefühlen zu haften, anzunehmen. Ziel dieser Medtiationen ist die spirituelle Erfahrung wie zum Beispiel die Befreiung des Ego, also des Selbst. 

Shamatha (Geistesruhe) 
Shamatha heisst übersetzt soviel wie Geistesruhe und ist eine Konzentrationsmeditation. Im Shamantha geht es darum die eigene Konzentration Hilfe eines einzigen objektes zu schulen und völlig im Hier und Jetzt zu sein. Vipassana und Shamata werden zum Teil als eigenständige Meditationsformen angesehen. Viel häufiger jedoch gilt die Samatha Meditation als eine Einführung für die Vipassana Meditation.


Aktive Meditationstechniken

Zen-Buddhismus
Während die stille Meditation,das Zazen zu den passiven Meditationen gezählt wird, kennt der Zen-Buddhismus durchaus auch aktive Meditationstechniken. Zum Beispiel das sogenannte Kinhin (Gehmeditation) oder das Sadō (trad. Japanische Teezeremonie) bei der dem Gast oder den Gästen die Möglichkeit zur inneren Einkehr während des Ablaufs der Zeremonie gegeben wird.

Yoga
Ja auch Yoga zu den Meditationstechniken, oder zumindest ein Teil des Yoga gehört dazu, denn die Ausübung der Asanas (die Ruhenden Körperübungen des Yoga) werden traditionell in einem ganz bestimmten, eben meditativen, Bewusstseinszustand ausgeführt. Mir ist bewusst, dass dies vor allem in unserer westlichen Welt oft nicht besonders klar ist, denn was wir sehen sind Menschen, die die spektakulärsten Verrenkungen machen, doch das ist im traditionellen Yoga nur ein Teil des Ganzen. Der Körper ohne den Geist wäre nicht vollkommen. Übrigens wurden die Asanas einst rein als Vorbereitung entwickelt, um unseren Körper auf lange Meditationen vorzubereiten. Wenn du schon mal mehrere Stunden versucht hast bewegungslos zu meditieren, wirst du verstehen, warum Asanas ein wahrer Segen sind! *g*

Tai Chi, QiGong und Kampfkunst

Ähnlich verhält es sich in den Inneren, sowie äusseren Kampfkünsten wie Tai Chi Chuan oder Qi Gong. Auch hier werden die achtsam ausgeführten Körperübungen in einem meditativen Zustand ausgeführt.

Tantra 
Tantra ist ein mystischer Einweihungspfad, der seine Wurzeln in den hinduistischen und buddhistischen Lehren trägt. Wenn wir von Tantra sprechen, dann oft in Zusammenhang mit sexuellen Themen, die zwar durchaus interessant sind, aber den Weg des Tantra eben nicht als Ganzes zeigen. Der Weg des Tantra weist übrigens nicht nur viele Parallelen zum Yoga auf, sondern auch gewisse Überschneidungen, weshalb auch oft von tantrischem beziehungsweise kundalini Yoga die Rede ist. In den Meditationstechniken des Tantra wird unter anderem gerne mit Mantras und Visualisierungsübungen gearbeitet, die fester Bestandteil des Einweihungspfades sind.

Wie du siehst gibt es eine ganz schön grosse Auswahl verschiedenster Techniken und es auch nicht immer so einfach diese zu differenzieren, doch ich hoffe dir hiermit einen ungefähren Überblick gegeben zu haben, damit du dich in der Welt der Meditation etwas besser zurechtfindest. Erfahrungsgemäss ist es gerade für Anfänger oft etwas leichter mit den aktiven Meditationstechniken zu beginnen. Aber wie gesagt, was für dich stimmt und was du zuerst ausprobieren möchtest, liegt in deiner Hand.

Ich wünsche dir viel Vergnügen auf deinem Weg zur Meditation.




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