Ostara: Frühjahrs Tag und Nachtgleiche


Das Frühlingsfest klopft an die Tür und segnet uns mit wunderbaren Blüten, dem Zwitschern der Vögel und herrlichem Duft. Ostara, wie das Fest unter Naturspirituellen oft genannt wird, leitet diese wunderbare Zeit ganz offiziell ein. Doch eigentlich mag ich den Begriff Ostara, nicht besonders. Warum? Weil seine Verbindung zur gleichnamigen Frühlingsgöttin Ostara oder Easter doch ganz schön bei den Haaren hereibezogen ist. 

Nun könnte mir diese Tatsache natürlich völlig egal sein, das stimmt, schliesslich kommt es am Ende auf die Energiequalität an und nicht so sehr auf Begrifflichkeiten. Andererseits schwingen auch in Worten verschiedene Energien mit und ich sehe schlichtweg den Sinn dahinter nicht einen Begriff mit viel Mühe passend zu machen, wenn es andere Ausdrücke dafür gibt, die doch viel besser passen. Deshalb bleibe ich anstatt bei Ostara viel öfter beim Begriff der Frühjahrs Tag und Nachtgleiche. In der druidischen Tradition wird das Fest übrigens Alban Eilir genannt. Doch selbstverständlich ist nichts falsches dabei, das Fest Ostara zu nennen, schliesslich hat es sich in der naturspirituellen Szene über die Jahre grosser Beliebtheit erfreut und in diesem Artikel will ich auch mal eine Ausnahme machen.

Tag und Nachtgleichen

Wie sein Equivalent im Herbst, die Herbst Tag und Nachtgleiche, geht es auch beim Ostarafest um Ausgewogenheit, um Balance und um Übergänge. Während im Herbst der Übergang zur dunklen Zeit stattfindet, so findet im Frühling der Übergang zur hellen Zeit statt. Nach Ostara also, sind die Tage wieder lägner als die Nächte und nehmen stetig an Kraft zu, bis zur Sommersonnenwende im Juni.

Die Symbolik Ostaras

All das, was schon seit einiger Zeit in der Dunkelheit heranwächst, gedeiht ab jetzt auch nach aussen hin, dem Licht entgegen. Mit Ostara beginnen die zu Imbolc sorgfältig gesäten Ideen und Projekte erst richtig zu wachsen und Form anzunehmen. Wer jetzt in die Natur geht, kann besonders viel Kraft aus dieser schöpfen und mit dieser die jeweiligen Projekte zusätzlich unterstützen.

Unterstützend wirken dabei die typischen Ostersymbole, wie der Hase und die bunt bemalten Eier. Beides steht für Fruchtbarkeit und deren Ursprung, man kann auch sagen fürs neue Leben grundsätzlich. In früheren zeiten galten übrigens auch Tiere wie der Fuchs, der Guckuck und der Storch als Fruchtbarkeitsboten. Nicht zuletzt daher bringt mancherorts auch heute noch der Storch das Neugeborene. Der Ursprung des Ostereierfärbens kann heute hingegen nicht mehr eindeutig ermittelt werden, dennoch wissen wir, dass rot als ursprüngliche Farbe verwendet wurde. Rot steht für die Lebenskraft des Welteneis (bei den Christen für das Blut Christi) und natürlich erinnert es auch ans Mondblut der Frau.


Palmbuschen

Ein sehr schöner Brauch um Ostara ist  auch das Binden von Palmbuschen. Diese dienen dem Segen und Schutz von Haus, Hof und Familie. Wie die Buschen im Detail gebunden werden, hängt von den Segenswünschen ab, dennoch gibt es einige Holzarten, die traditionell wegen ihrer Kraft und Symbolik verwendet werden. Weide sowie Haselzweige zum Beispiel stehen für Lebenskraft und Fruchtbarkeit. Die Eibe hingegen steht für den Lebenskreislauf, für Wiedergeburt und Erneuerung und für die Verbindung zur Anderswelt. Als Baum der Liebe, des Glücks und starken Schutzes, gilt die Birke und Zweige des Wachholder bringen Lebenskraft, hält Krankheiten fern und fordert die Verbindung zu den Ahnen.

Ostara wasser

Ein Weiterer Brauch zum Frühlingsbeginn ist das Sammeln von Ostarawasser. Dafür wird frisches März-Quellwasser gebraucht, denn das Märzwasser galt schon zu Zeiten unserer Ahnen als reinstes, magisches Heilwasser des Jahres. Dieses kann dann sowohl innerlich, als auch äusserlich Anwendung finden. Zum Beispiel während eines Rituals oder zu einer achtsam eingenommenen Mahlzeit.

Die hier vorgestellten Traditionen sind natürlich nicht die einzige Möglichkeit den Frühlingsbeginn zu feiern. Grundsätzlich sind alle Bräuche, die die Lebensfreude und den Neubeginn ehren zu Ostara willkommen. Auch um dem Wunsch physischer Fruchtbarkeit Stärke zu verleihen eignet sich die Zeit um Ostara ganz wunderbar, ebenso um geistigen Projekten gute Energie beizusteuern. Du kannst daher auch deinen ganz eigenen Brauch starten und deiner Kreativität freien Lauf lassen.


Ich wünsche dir einen zauberhaften, kraftvollen und heilsamen Frühlingsbeginn!

 


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