Weibliche Spiritualität: auf dem Pfad der Göttin


Mein Weg zur eigenen Weiblichkeit hat viel mit meinem spirituellen Weg zu tun. Zwar wurde ich als Mächen geboren und habe mich auch schon immer als Mädchen, beziehungsweise als Frau gefühlt, meine Weiblichkeit jedoch beinhaltet für mich noch so viel mehr als die reine Identifizierung mit meinem Geschlecht. Ich denke, da spreche ich auch für einige aus der LGBTQIA+ Community wenn ich sage, dass Geschlecht und Gefühl nicht zwingend miteinander übereinstimmen müssen. Nun fühlte ich mich zwar meinem Geschlecht zugehörig, was aber bedeutete dies für mein Verhalten? Für meine Stärken? All diesen Fragen bin ich vor allem im Bereich meiner Spirtiualität nachgegangen und habe dabei so viel Wertvolles erfahren und erleben dürfen. 
 
In eine reine Göttinnentradition hat es mich schlussendlich allerdings nie verschlagen, obschon ich mich seit meiner Teenager-Zeit vor allem stark mit der Dreifaltigen Göttin identifizieren konnte. Das hatte wohl aber viel mehr etwas damit zu tun, dass ich mich auch spirituell rasch eingeengt fühle und es daher vorziehe mir mein eigenes Bild zu machen. Das ist übrigens auch der Grund warum ich nie das Bedürfnis verspürt habe einem Zirkel beizutreten (wobei es selbstverständlich auch da sehr offene, sprich, regelarme und dogmenfreie Beispiele gibt). Was ich allerdings schon immer stark gespürt habe, ist die Verbindung zum Urweiblichen, zur Erdmutter, zum Zyklus des Lebens sozusagen. Diese tiefe Verbundenheit ist es, die mich auf dem Weg der Götter in die Bereiche weiblicher Spiritualität geführt hat. Dank ihr habe ich mich mit Monzyklen befasst und auch an der eben schon erwähnten dreifaltigen Göttin Gefallen gefunden. Bis heute begleitet sie mich in verschiedenster Form und lehrt mich unter anderem auch das Frausein. Sie eröffnet mir Aspekte, die ich so wohl nie von selbst entdeckt hätte und hilft mir dabei mich meinen Schatten zu stellen. Als dunkle Göttin zeigt sie mir Wege auf für mich einzustehen und die Balance zu finden zwischen weiblicher und männlicher Energie, denn wir alle tragen beides in uns.

Die Göttin trägt viele Gesichter

Ganz egal ob wir die verschiedenen Göttinnen als Attribute ein und derselben Muttergöttin sehen, oder als einzelne Gottheiten, die Göttin, so kann man sagen, trägt viele Gesichter, viele Gewänder und Rollen. Nicht immer erscheint sie uns so, wie wir es uns wünschen, aber immer in der Form, wie wir sie gerade am meisten brauchen. Das zumindest ist meine persönliche Erfahrung. Als Frau verbinde ich mich mit ihr in Ritualen, aber auch immer wieder im Alltag, wenn meine weiblichen Attribute gebraucht werden.

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