Zweifel auf dem Weg


Ob ich jemals an meinem Weg gezweifelt habe? Nein, noch nie. Ob ich schon mal auf meinem Weg gezweifelt habe? Oh ja, schon sehr oft. Bereits früh in meinem Leben wusste ich was sich für mich richtig anfühlt. Ich wusste, die Verbindung zur Natur würde mich dahin führen, wo ich hin sollte und so beschloss ich schon in jungen Jahren meinen eigenen spirituellen Weg zu gehen, fernab des mir in die Wiege gelegten Christentums. Ich hatte Glück und war dankbar für meine Eltern, die mir mit ihrer Weltoffenen Art erlaubt haben meinen eigenen Weg zu gehen. Und so begann das Erforschen spiritueller Wege. Was ich dort fand war eine tiefe Verbindung und ein tieferes Verständnis fürs Leben. Man könnte auch sagen, ich fand darin einen Sinn. 
 
Trotz allem ist mir auf meinem Weg auch einiges begegnet, was mich zweifeln liess, woran per se nichts Schlechtes liegt. Zu zweifeln bedeutet lediglich, dass wir hinterfragen was wir tun, welchen Weg wir einschlagen und ob es womöglich Zeit sein könnte, in ein andere Richtung oder eine andere Art der Handhabung hineinzuwachsen. Zweifel sind hingegen dann hinderlich, wenn sie die Überhand nehmen und beginnen unsere Entscheidungen und unser Tun zu blockieren. Auch das habe ich auf meinem Weg schon erlebt. Meistens stand ich mir dabei selbst im Weg und konnte, wie man so schön sagt, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Besonders schwierig wurde es für mich, als ich den Versuch startete, das über Jahre erlebte irgendwie rational in kleine, imaginäre Kisten meines Kopfes zu packen. Ich war nämlich der Meinung, dass, wenn ich etwas rational erklären könne, ich auf keinen Fall als Verrückt angesehen werden würde. Ich dachte, wenn ich doch nur beweisen könnte, dann hätte ich nicht das Gefühl mich vor Spott und Hohn verstecken zu müssen. Eine gut gemeinte Idee, doch so gerne dies mein rational denkender Gehirnteil auch geschafft hätte, musste ich mir nach vielen erfolglosen Versuchen irgendwann eingestehen, dass dies nicht möglich war. Dass das Leben Geheimnisse birgt, die erfahren, nicht erklärt werden wollen. Eine Tatsache, die für unsere beweisgeile Gesellschaft verständlicherweise oft nur schwer zu verdauen ist.

Die einzige Quelle des Wissens ist die Erfahrung. - Albert Einstein

Heute kann ich damit etwas lockerer umgehen, habe genug erlebt um anzunehmen was ist, ohne ständiges Rechtfertigen. Auch heute hinterfrage ich noch, ich reflektiere meinen Weg und entscheide, ob meine Praktiken, so wie ich sie derzeit ausführe und lebe, noch immer stimmig sind. Falls nicht, weiss ich, es ist Zeit sie loszulassen und neue heranwachsen zu lassen. So habe ich grösstenteils Frieden geschlossen mit meinen Zweifeln, auch wenn sie mich in seltenen Fällen doch noch kurz piksen, sind sie in der Regel ziemlich rasch aus der Welt geschafft, indem ich einfach ausprobiere und schaue, was passiert. Mir selbst ein Bild mache, eine eigene Meinung bilde, was ich übrigens ohnehin für sehr wertvoll erachte - egal in welcher Hinsicht. Eines jedoch, wird mich wohl immer begleiten, das Vertrauen, dass ich dorthin geführt werde, wo ich wachsen und etwas bewirken kann. 
 
Übrigens soll Einstein auch folgenden Satz gesagt haben.

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder. - Albert Einstein

Ganz ehrlich? Wenn ich die Wahl habe und die habe ich glücklicherweise, dann wähle ich Letzteres. Und welche Art wählst du?
 
In diesem Sinne, hab es gut.

0 Comentarios