Missverständnis Stressmanagement: Es muss nicht immer Meditation sein

 
Wie oft habe ich schon den Satz gehört: “Weisst du, das ist ja alles schön und gut, doch Achtsamkeit und Meditation sind so gar nichts für mich, dazu bin ich viel zu nervös.” Was viele dabei vergessen ist, dass es doch genau darum geht! Wüsste ich schon, wie ich in meinen stress erfüllten Alltag regelmässig mehr Achtsamkeit und Entspannung reinbringe, wie ich mit Ängsten umgehe und Burn-out erfolgreich vorbeuge, bräuchte ich schliesslich kein Training. Das ist in etwa so als hättest du zum Schulbeginn gesagt: Schule? Nein das ist nichts für mich, schließlich kann ich viel zu schlecht lesen und schreiben.

Solche Denkmuster, die übrigens viele haben und die auch ich früher hatte, zeigen uns deutlich auf, wie wenig unsere Gesellschaft über Stress, Stressprozesse und Stressmanagment weiss. Vermutlich selbst da, wo Stressbewältigung angeboten wird, denn tatsächlich sind die Angebote oft sehr einseitig.

Falls du auch zu jenen gehören solltest, die mit ruhig werden, in die Stille gehen oder Meditation so rein gar nichts anfangen können, kann ich dich beruhigen. Du bist in bester Gesellschaft und KEIN hoffnungsloser Fall! Nicht jede Methode ist für ausnahmslos jeden Menschen geeignet, dafür sind wir viel zu einzigartig. Doch nur weil eine Übung oder eine Methode uns nicht weiterbringt, heisst das noch lange nicht, dass es keine kann. Wenn eine Übung nicht funktioniert, versuche eine Andere. Mein erster Tipp an dich: Schaffe dir einen mentalen Freiraum in dem du auf Entdeckungstour gehst. Was sonst könnte dir denn ausser Meditation noch dabei helfen entspannter zu werden und besser mit Stress umzugehen? 

Stressprozesse verstehen lernen

Wenn wir eine positive, gesündere Veränderung herbeiführen wollen, dann gilt es in erster Linie verstehen zu lernen, wie es überhaupt zum Problem kommt und wie wir bisher versucht haben es zu lösen. In dem wir mehr über Stressprozesse lernen, also wie Stress entsteht, was er mit uns mental und körperlich anstellt, können wir lernen, wie wir besser damit umgehen können, wie wir auf für uns angemessene Weise damit umgehen können. Ausserdem unterstützt es uns dabei die Symptome frühzeitig zu erkennen, so dass wir gar nicht erst zu weit hineinrutschen.

Ausgleich zwischen Sport, Bewegung und Ruhe

Bewegung und Sport hilft uns sowohl mental als auch physisch Stress abzubauen. Das heisst, wenn es dir entspricht, dann kannst du dich beim Sport auch völlig auspowern und dich dabei trotzdem entspannen. Vergiss dabei nicht auf dich zu achten. Wo sind deine Grenzen, wie weit kannst du gehen, damit es dir noch gut geht und wo darfst du vielleicht auch mal über deine Grenzen hinaus? 

Genauso wichtig ist es die Balance zu halten und bewusst Pausen zu machen. Nicht nur was den Sport angeht, sondern auch bei der Arbeit und überall im Alltag. Wenn es dir schwer fällt zur Ruhe zu kommen, versuche deinen Kopf beschäftigt zu halten, allerdings ohne Situationen zu werten. Diese Methode entstammt der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion und eignet sich wunderbar dafür unserem Geist mehr Ruhe zu verschaffen. Das kann sein, indem du etwas bewusst ausführst, so als würdest du es zum ersten Mal tun. Versuche deine Sinne mit einzubeziehen, das vereinfacht den Prozess. Mach etwas routiniertes auf eine völlig andere Weise. dabei musst du nicht zwingend still sein, sondern kannst etwas machen, was dir gefällt. Wenn du magst, singe, tanze, oder mache achtsam Sport. Du siehst also, Entspannung bedeutet nicht zwingend zu schweigen und physisch ruhig zu werden. 

Werte und Grenzen

Ein Thema, welches oft sehr wenig Beachtung findet, ist das unserer eigenen Werte und Grenzen. Wenn wir uns mit diesen beiden Themen beschäftigen und uns darüber klar werden, was wir im Leben brauchen und was eher nicht, dann erspart uns das eine menge Stress. Wir lernen nein zu sagen zu dem, was uns nicht gut tut und ja, zu dem was uns gut tut. Mehr dazu findest du unter: Vom Wert eigener Grenzen und dem Werteglück

Zeitmanagement

Zeit. Das Gut, von dem wir scheinbar alle zu wenig haben, nicht wahr? Doch schlussendlich stehen uns alle gleich viele Stunden am Tag zur Verfügung. Die Frage ist nur, wie setze ich diese möglich geschickt und gesundheitsfördernd sein? Zu erst einmal müssen wir verstehen lernen, dass Zeitmanagement im Kopf beginnt. Oft sehen wir den Wald nämlich vor lauter Bäumen nicht mehr. Wir sehen vielleicht den Stapel Arbeit auf dem Bürotisch, der Wäscheberg in der Ecke oder wo die Kinder heute sonst nocht überall hin müssen. Deshalb ist es wertvoll sich dieses Gedankenwirrwar anständig zu ornen. Vielleicht mit einem Kalender, vielleicht mit einer To-Do Liste und lerne zu priorisieren.  Wichtig dabei ist in diese Planung auch Termine einzutragen, in denen du dich voll und ganz dir selbst widmest - JA, selbst dann wenn es nur 5 Minuten ist und du dich dazu im Klo verbarrikadieren musst. In diesen fünf Minuten, mach eine Achtsamkeitsübung, geniesse ein Stück Schokolade, schenke dir ein Lächeln, Schau bewusst etwas Witziges an, schreib ein paar Sätze der Dankbarkeit auf - was immer dir gut tut! Studien haben bewiesen, dass nur schon solche kleine Momente sehr viel Gutes bewirken können und uns danach ausserdem wieder produktiver werden lassen.

Weitere Faktoren, die dich ausser Meditation beim Stressmanagement unterstützen können:
  • Ernährung
  • Denkfallen erkennen
  • Perfektionismus ablegen
  • Konfliktmanagement
  • Mentaltraining
  • Lachen und Spass haben
  • Etwas geniessen
  • etc.

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